Freitag, 1. November 2013

Allerheiligen

Heute mussten die Personen nicht arbeiten, das heißt sie haben ein verlängertes Wochenende. Normalerweise graut es mich davor, weil die Leute dauer-beschäftigt werden müssen. Besonders da jetzt Valerie für 10 Tage weg ist. Auf ihren Vorschlag hin, durfte heute auch Müsli gegessen werden und damit niemand durcheinander kommt, haben wir anschließend eine Art Collage erstellt, was und wieviel gegessen wird. Ich konnte fleißig die Sachen malen, die wir im Supermarkt Prospekt nicht gefunden haben und war natürlich sehr happy darüber. So habe ich unseren halben Hausrat gemalt (Marmelade, die kleinen, sowie die großen Tassen mit exakt ihrer Blumen-Verzierung). Brigitte hat das ganze ausgeschnitten und Guilia, nachdem sie anfangs etwas ratlos wegen der Anordnung war, hat die Sachen aufgeklebt. David hat in der Zeit das Mittagessen gemacht. Als Marie-Claire noch dazu kam, um zu helfen, den Naturjoghurt in den Prospekten zu finden, kam sie richtig in Fahrt und hat tausend Dinge ausgeschnitten, die sie an Weihnachten essen will. Also haben wir einen zweiten Karton angefangen mit den Sachen zu bekleben, die sich Marie-Claire für Weihnachten wünscht. Weihnachten feiern wir übrigens am 13. Dezember, weil kurz darauf unser Foyer für 3 Wochen geschlossen ist, in denen die Personen bei ihren Familien sind. Nur wir dürfen in Ambleteuse ohne freie Tage schuften. Als wir also die Prospekte durchgeguckt haben (und ich schon richtig in Bastellaune war), fielen mir die Bezeichnungen an den Lebensmitteln auf. "französischer Herkunft", "Original Italien" und sogar ein "deutscher Herkunft" - Philadelphia Frischkäse war zu finden. Das passt doch super habe ich mir gedacht, die ausgeschnitten und an unsere "Postbeutel" geklebt. Wir haben nämlich eine Art Vorhang mit Beuteln dran, wo jeder ein Fach mit seinem Foto und dem Geburtsdatum dran hat. Bei Aline klebt nun ein "verarbeitet in Frankreich" Schild und bei mir (ich kann mich jetzt noch drüber schlapplachen) "gefischt aus dem baltischen Meer". 

Zum Mittagessen kam ein anders Foyer zu Besuch, die aber ihr Essen selbst mitgebracht haben. Das sind sie Dinge, die ich einfach nie mitkriege und wo ich auch nie den genauen Grund dafür erfahre. Naja solange alle zu essen haben, freue ich mich immer über Besuch. Wir konnten sogar den anderen unser Dessert anbieten, weil wir das Twix-Eis zufällig in einer 18 Stück Packung gekauft hatten. 

Nachmittags sind wir mit dem Mini-Car (der Transport-Bus) in ein Tal zum wandern gefahren. (Valerie stell dir vor, Guilia ist gefahren und David hat endlich gemerkt, dass sie wie ein Anfänger fährt, aber er hat natürlich nichts gesagt). Als wir zurück waren, haben wir heiße Schokolade gemacht und pünktlich um halb 8 zu Abend gegessen. Zum Dessert gab es Creme Caramel (hier kann man jedes Dessert in Plastikschälchen kaufen) und als alle fertig gegessen hatten, hat David entdeckt, dass man die leeren Schälchen super über den Tisch schnipsen kann. Natürlich waren nach kürzester Zeit alle dabei, ihre Tischnachbarn damit abzuschießen. Außer Marie-Claire natürlich. Die ist schnell aufgestanden um in Deckung zu gehen und meinte nur "oh mon Dieu! Wie alt seid ihr?" :D Es ist einfach zu witzig mit dieser Frau!

Donnerstag, 31. Oktober 2013

die französische Küche

Um die französische Küche wird ja immer viel Tamtam gemacht. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich sagen kann, dass hier nicht anders gegessen wird als zuhause auch. Ich denke der Hype um die französische Küche rührt nur von dem Stolz der Franzosen und daher, dass sie alles, was sie hier zu essen bekommen, für französische Küche halten. Heute z.B. sollte es "Casserole" geben. Das war im Endeffekt nichts anderes als verschiedene Sorten eklige, fettige Wurst und weiße Bohnen. Sonst nichts. In Deutschland nennt man sowas eher "Reste-Eintopf". Ich kam einfach nicht drumherum noch andere Bohnen und Karotten mit reinzupacken, was für die Personen dann zwar nicht mehr "Casserole" war, aber ihnen trotzdem gut geschmeckt hat. 

Heute waren Valerie und ich einkaufen, was normalerweise kein Problem für uns ist. Allerdings nur, wenn wir auch vorher den Essensplan geschrieben haben. So standen wir mal wieder ratlos im Supermarkt und haben versucht zu entziffern, was wir einkaufen müssen. Zum einen liegt das an diesen ganzen unverständlichen französischen Namen und zum anderen daran, dass Guilia nicht auf französisch schreiben kann und David eine Sauklaue hat. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir laufen die ganze Fleischtheke ab, in der Hoffnung auf etwas zu stoßen, was so ähnlich geschrieben wird wie das auf unserem Zettel. Oder wir suchen uns freundlich aussehende Leute, halten denen unser Zettel unter die Nase, deuten auf ein Wort und fragen ganz blöd "Was ist das?". Die Antwort verstehe ich zwar nie wirklich, aber ich weiß dann zumindestens schonmal, ob es sich um Fleisch, Käse oder Gemüsepastete handelt. 

Als wir dann vom Einkaufen zurückkamen (genervt, weil wir im Regen die Tüten weit schleppen mussten, denn im Moment wird die komplette Straße aufgerissen und wir können nicht vor unserer Tür parken), kam Guilia sofort an, um uns aufzuklären. Die meisten Gerichte sind ihr bekannt oder sie hat sich die vorher alle von David bei Google zeigen lassen (wofür wir meistens zu faul sind). Also kann ich mich für die nächsten Tage darauf einstellen erklären zu müssen, warum es zum Aperitif keine Fleischpastete von der Metzger-Theke gibt, sondern Avocado-Pastete auf Mini-Toasts. Und warum es Sonntag Abend (obwohl mittags schon groß Davids Geburtstag gefeiert wird) keine Leberpastete, sondern ein undefinierbares Fleisch gibt. Valerie ist der festen Überzeugung, dass es Pferdefleisch ist. Jedoch wird das nicht allzu schwer, weil wir uns im Moment alle ganz gut verstehen. Gestern Abend saßen David, Valerie, Guilia und ich bis 12 Uhr nachts im Wohnzimmer, haben Süßigkeiten gefuttert und uns über das Leben in der Arche, die Bewohner und die ehemaligen Assistenten unterhalten. Eigentlich war geplant gewesen, dass andere Assistenten aus Ambleteuse zu uns kommen, aber das ist dann ausgefallen und wir waren alle etwas deprimiert deswegen. Aber so hatten wir immerhin Zeit uns zu unterhalten und nebenher haben wir erfahren, dass solche Abende das letzte Jahr eher selten waren und dass die letzten Assistenten (laut David) allesamt Säufer waren. Übrigens interessant, dass die Regel "kein Alkohol" eingeführt wurde, nicht weil die Personen das nicht vertragen würden, sondern weil Assistenten zu viel getrunken hätten. 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Unsere Bewohner werden auch immer merkwürdiger...
Eben habe ich mich so erschreckt, und das obwohl ich mir nur noch was zu trinken holen wollte. Weil ich den Weg ja mittlerweile im Schlaf kenne, habe ich auch kein Licht angemacht. Als ich dann die eine Durchgangstür aufgemacht habe, steht aufeinmal Stephanie (die neue Bewohnerin) direkt vor mir. Natürlich ist sie auch noch dreifach so korpulent wie ich und hat immer dunkle Sachen an. Aber anstatt irgendetwas zu sagen, hat sie nur gelacht. Sehr gruselig. Dabei dachte ich immer Sebastien wäre in dieser Hinsicht nicht zu toppen. Er hat nämlich immer wenn er nachts Albträume hatte, an die Wand gekratzt. Und mein Bett steht genau auf der anderen Seite der Wand. Aber er hat zum Glück das Foyer gewechselt. 

Unser Jammerlappen Amanda hat es doch tatsächlich geschafft, 2 Wochen krank geschrieben zu werden. Angeblich hat sie eine Nierenentzündung, aber das Einzige, über das sie sich beschwert, ist ihre winzige Schnittwunde am Finger. Sie erzählt mir ständig davon und laut ihr hat sie sich an ihrem Pyjama geschnitten. Wie das schon wieder geht fragt mich bitte nicht. 

Marie-Claire war heute beim Abendessen extrem redselig. So kamen wir darauf, das Lachen von anderen Leuten aus der Arche nachzumachen. Das war schon extrem lustig. Vorallem als wir dabei waren, ein sehr hohes Lachen nachzuahmen, und Brigitte mit ihrer tiefen Kratzstimme einfach nicht höher kam. Da fing Marie-Claire an, die Ticks von einem, der auch im Garten arbeitet, nachzumachen. Schon allein die Tatsache, dass sie einen anderen Behinderten nachmacht, fand ich witzig, aber die Art wie sie das gemacht hat, war zum totlachen. 

Davids Sparmaßnahmen werden auch immer lächerlicher. Wir dürfen mittlerweile keine Kekse und keine Schokolade mehr kaufen. Außerdem muss Valerie die Taschentücher selbst bezahlen, die sie für uns alle gekauft hat, da die 1,75€ im 10€-Monatsbugdet Haushaltsartikel einfach nicht drin sind. Ich bin mal morgen auf unsere Reunion gespannt, bei der wir über neue Regeln sprechen. Am Montag haben Valerie und ich sogar unfreiwillig gespart, indem wir den Fertigteig für das Quiche vergessen hatten (dabei haben wir 20mal auf unseren Einkaufszettel geschaut und die 30 Eier dafür gekauft). So haben wir kurzerhand ein Quiche-Teig-Rezept gegooglet und es der wurde gar nicht mal so schlecht. 

Immerhin funktioniert das Licht im Handtuch-Lager wieder (so konnte ich eben eine halbe Stunde bügeln) und warmes Wasser gibt es auch wieder, nachdem Valerie das mit ihrer Wasserkoch-Reinungsaktion für einen Tag lahm gelegt hat. Aber zum Glück kam Antoine sofort und hat es wieder repariert.

Sonntag, 27. Oktober 2013

zurück aus dem Urlaub

Okay, jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, dass so viele die letzten Tage in meinen Blog geschaut haben und sich bestimmt gefragt haben, warum ich schon so lange nichts mehr von mir hören lasse. Ich hatte nämlich meinen ersten Urlaub, bei dem es sich gelohnt hat, nach Hause zu fahren. Ich habe vorher extra nichts davon erzählt, da ich meine Freunde und eigentlich auch meine Oma überraschen wollte. Natürlich ist vorher doch ein Teil durchgesickert, aber zum Glück konnte ich es soweit retten, dass meine lieben Hasselbächer nichtsahnend die Kerb gefeiert haben und ganz schön staunten, als ich aufeinmal vor ihnen stand. Spätestens da waren die 9 Stunden Fernbus und die Zimmerräum-Aktion davor vergessen. Ich habe alle meine Sachen in den Wandschrank gepackt und ihn danach zugeklebt, damit ein Bewohner, der hier zu Besuch war, ja nichts anstellen konnte. Man stellt sich am Besten gar nicht erst vor was passiert wäre, wenn er die Bastelschere und die Aspirin-Tabletten gefunden hätte. 

Es war total schön wieder mal nach Hause zu kommen, vorallem weil ich dort zum ersten Mal in meinem Leben zu Besuch war und dort Urlaub gemacht habe. So wurde ich auch behandelt. Ich wurde bekocht, bei der Oma zum Kaffee trinken eingeladen und wurde von meinem Freund zum Essen ausgeführt. Ich hatte also genug Zeit, alles das zu machen, was es hier nicht gibt. Die erste deutsche Radiomeldung war übrigens die von unserem lieben Bischof. Auch habe ich bemerkt, dass das Wasser in der Dusche mit mehr Druck aus der Leitung kommt als hierzulande. Ich habe guten deutschen Apfelsaft getrunken, bei der Oma die Tina gelesen (normalerweise verpasse ich keine einzige Ausgabe) und konnte so lange schlafen, dass ich während dem Frühstück das typische Vormittags-Fernsehprogramm auf Vox schauen konnte. 

Die Rückfahrt war dafür leider nicht so angenehm, da ich mal wieder viel zu schweres Gepäck hatte (ich lerne aus unserer Anreise am 1. September einfach nicht) und am Bahnhof von Lille fiel mir auch prompt wieder auf, dass ich hier fremd bin und die Sprache nicht beherrsche. Als es dann Richtung Boulogne ging, wurde das allerdings besser. Ich konnte einer älteren Frau am Bahnsteig weiterhelfen, die fragte, ob der Zug Richtung Boulogne fährt und einem Mädchen, das die Strecke nicht kannte, konnte ich sagen, dass wir in ein paar Minuten da wären. Ich konnte aus dem Zug aus die Straße sehen auf der wir immer nach Ambleteuse fahren und die Stelle am Meer, wo ich mal mit Valerie stande, als es gestürmt hat und die Wellen über die Mauer spritzten. Sie hat mich auch vom Bahnhof abgeholt und erzählt, was die Tage so alles passiert ist.
Mein Zimmer war genauso leer, wie ich es verlassen hatte, nur lag ein kleiner Brief von der Valerie aus Ambleteuse auf meinem Schreibtisch, die sich dafür bedankt hat, dass sie eine Nacht in meinem Zimmer verbringen konnte. Leider war meine Schreibtischlampe und das Handtuch, das ich nicht weggesperrt hatte, verschwunden, nach diesem werde ich morgen in unserem Handtuchlager suchen (jetzt geht das nicht, weil das Licht dort seit Ewigkeiten kaputt ist). Der Übeltäter, der meine Lampe entführt hat, hat sich auch schon gemeldet. Es war Guilia, die keine hatte, jetzt aber bald eine Neue gekauft bekommt. Klar, dann brauch sie meine jetzt nicht mehr. Die Personen waren auch genauso wie immer. Brigitte hat heute morgen so laut rumgebrummelt, dass ich nicht mehr schlafen konnte und Stéphane textet mich jedes Mal zu, wenn wir uns auf dem Flur begegnen. Valerie ist genauso süß wie immer. Gestern Abend kam sie mit Gummibärchen zu mir und hat sich über die Organisation hier aufgeregt. Heute Morgen hat sie erstmal David geweckt, weil sie sich gewundert hat, warum keiner zum Früstück erscheint (sie hat die Zeitumstellung einfach nicht mitbekommen) und hat einen kleinen Stromausfall verursacht, nachdem sie den Wasserkocher mit Essig gereinigt hat. 

Freitag, 18. Oktober 2013

l'impression


"spectacle"



morgendlicher Spaziergang durch Ambleteuse





Geburtstagstafel


Grand Atelier 



ein Nachmittag im "Expression Artistique" 

            






             ...die Künstlerin und ihr Kunstwerk


   
Unsere "Müsli-Obst-Schalen"






...da es morgens kein Müsli gibt, benutzen wir diese Schalen, um daraus mittags Obst + Yoghurt + Spekulatius zu essen

Dienstag, 15. Oktober 2013

Dorfleben in Ambleteuse

Hallo meine Lieben,

heute berichte ich euch, wie es Vormittags in Ambleteuse zugeht. Ich habe immer eine ganze Liste im Kopf, was ich besorgen muss. Heute habe ich Guilia und Amanda mitgenommen. Sie ist schon seit Wochen krank und bleibt jetzt das erste Mal vom Arbeiten zuhause. Sie ist ein ziemlicher Jammerlappen, die einem abwechseln erzählt, dass sie Kopfschmerzen oder Bauschschmerzen hat oder ihr kalt ist. Eigentlich hätte ich sie zuerst bei dem Foyer, wo sie heute den Nachmittag über geblieben ist, absetzen können. Aber damit Guilia nicht zu spät zu ihrem Fahrtest kommt, habe ich sie mich runter zu den Bürogebäuden genommen ("runter" heißt in diesem Fall, etwa 1km Richtung Strand). Da der Fahrtest mit unserm Auto gemacht wurde, hat Amanda dem auch beigewohnt. Ich bin in der Zwischenzeit zum Büro und habe irgendwelche Zettel und Passfotos abgegeben. Dann bin ich den kurzen Weg zur Clairiere gelaufen und Valerie, wie immer, im Wohnzimmer angesprochen. Es ist auch total cool, dass man da einfach ins Haus reinmarschieren darf, jeder einen begrüßt und Valerie, wenn gerade eh nichts zu tun ist, mit mir rausgehen kann. In dem Moment kam auch gerade Guilia zurück, die noch etwas Zeit bis zu ihrem Treffen hatte, und zusammen mit Valerie haben wir sie bei dem Foyer abgesetzt. Dort haben wir uns auch wieder einige Minuten aufgehalten, und ich habe erfahren, dass morgen ein Geburtstag ist. Mittwochs helfe ich dort immer in der Küche, weil die Assistenten dieses Foyers zu der Zeit eine Reunion haben. Und jedesmal treffe ich nur Henrie an, der immer den Tisch deckt und Kaffeetassen auf ein Tablett stellt. Als ich ihn das erste Mal gefragt hatte, ob er mir helfen möchte und er nur "no, no, no" gesagt hat, war ich schon etwas verwirrt. Aber mittlerweile stört es mich gar nicht mehr, wenn er beschäfigt durch die Küche läuft und unverständlich vor sich hin murmelt. Auf jeden Fall ist es ein schönes Gefühl, in ein Haus zu kommen und zu wissen, welche Gesichter man gleich antreffen wird. Nachdem wir die Reinigungsprodukte "eingekauft" hatten (auch wieder sehr praktisch: es gibt eine Liste, auf die man nur seinen Namen und die Sachen, die man braucht, schreiben muss), wollten wir bei Valerie einen Kaffee trinken. Als ich aber kurz bei der Post angehalten hatte, bin ich drinnen auf Jana gestoßen, und weil gerade eh so viele Leute da waren, hatten wir auch noch Gelegenheit den neusten Dorf-tratsch auszutauschen. Ich weiß jetzt z.B. was das für ein mysteriöses Treffen mit dem Pfarrer am Donnerstag ist. In der Mail hat er nämlich nur um ein Gespräch gebeten. Jana meinte, das macht er mit allen Assistenten, um sie besser kennenzulernen. Er ist Engländer, um die Ende 60 und ziemlich schusselig und vergesslich, aber sehr nett von ihm, sich Zeit für uns zu nehmen. 
Als ich dann wieder hier war, habe ich mit Valerie zusammen gegessen (heute gab es nur das 2.schlechteste Baguette der Bäckerei), das konnten wir uns also nicht entgehen lassen. Heute Mittag in meiner Mittagspause (Valerie hatte heute frei), hatten wir genug Zeit, durch die Stadt zu bummeln. Auf dem Rückweg haben wir uns wieder in der Stadt verirrt (mit dem Auto). Auf einmal sind wir auf der anderen Seite des Hafens gelandet und kamen auf dem gleichen Weg nicht mehr zurück. Diese Verkehrsführung hier ist furchtbar. Man wird ständig durch Pfeile in Einbahnstraßen gelotst, ohne die Möglichkeit, drehen zu können, und muss darauf hoffen, dass einem der nächste Kreisverkehr wieder bekannt vorkommt. Ich merke gerade wieder, wie unpassend meine Titel gewählt sind. Ich fange mit dem Dorfleben an und höre mit dem Verkehr in der Stadt auf... 

Freitag, 11. Oktober 2013

Endlich Feierabend. Gleich habe ich mich mit Valerie zum DVD schauen verabredet. Wenn nicht wieder Brigitte Halsschmerzen bekommt und nach sofortiger Hilfe verlangt. Letztes Mal haben wir sie sogar auf ihr Zimmer begleitet und "Guten Abend, gut Nacht" gesungen. Also nur die erste Zeile, den Rest wussten wir nicht mehr. Wenn man die Personen nachmittags beobachtet, nachdem sie von der Arbeit nach Hause gekommen sind, ist es erstaunlich, wie berechenbar sie handeln. Ich saß noch mit meiner Tasse Tee am Tisch und fand es total bemerkenswert, wie schnell man die Personen doch kennenlernt. Wenn man ihre Art kennt, dann erscheint es schon fast liebenswert, wenn sie genauso auch wieder handeln. Marie-Claire (die berüchtigte Nummer 5) z.B. war zu dieser Zeit schon längst auf ihrem Zimmer um es, wie jeden Donnerstag, aufzuräumen. Brigitte saß schlecht gelaunt und mit aufgestütztem Kopf am Tisch und Valerie hat versucht, ihr ihre Packliste fürs Wochenende aus der Nase zu ziehen. Stéphane lief umher, nahm seine Brille ab, setzte sie wieder auf, klappte die Bügel ein, nahm einen davon in den Mund usw.. Eben die Spielereien mit seiner Brille, wenn er gerade nicht wie ein Wasserfall redet. Dann unsere stille Patricia. Sie stand im Flur, ich wusste aber nicht, dass sie noch dort war. Aufeinmal hat jemand laut gerülpst und ich meinte dann im erzieherischen Tonfall zu Stéphane "Was sagt man denn jetzt?" und er daraug "Das war ich nicht, das war Patricia!" Valerie und ich haben uns angeschaut und konnten uns das Lachen einfach nicht verkneifen. Oder der orientierungslose Sébastien, den man nicht allein in den Waschraum schicken kann, weil er sonst in der Garage landet. Wir haben ihm letztens gesagt, dass er seine Wäsche machen soll, die nass in der Waschmaschine lag. Damit meinten wir natürlich, sie aufzuhängen. Nein, was macht er? Er bringt sie hoch in sein Zimmer und legt sie nass in seinen Schrank. Valerie konnte ihn gerade noch daran hindern.
Meine Herausforderung für heute war es zu tanken. Da wir nicht wussten ob Diesel oder Super, musste ich zuerst die Angestellten danach fragen. Aber bei unserer "Tankstelle des Vertrauens" ist das locker möglich. Selbst, als ich den Tankdeckel nicht aufbekommen habe (den muss man nämlich mit dem Autoschlüssel nochmal aufschließen) und ihn nach dem Tanken auch nicht zubekommen habe, kam mir der nette garcon zur Hilfe. Auch ist es äußerst praktisch, dass wir weder mit Scheck, noch in bar bezahlen müssen, sondern einfach auf einer Liste unterschreiben. 

Hier noch ein paar Fotos, die zwar gar nicht passen, aber gut fürs Layout sind ;-)

die Riesen-Gurken aus dem Garten

der Garten

 

die Flohmärkte an den Wochenenden



fleißig am "Arbeiten" :-)

Bonne soirée!